Und da sind wir wieder einmal. Nachdem unsere letzte gemeinsame Reise nun auch schon wieder eine ganze Weile in der Vergangenheit lag und Andreas ganz dringend Urlaub nötig hatte, entschieden wir uns doch relativ kurzfristig ein erneutes Reiseabenteuer zu wagen. Da noch mehrere Länder auf unserer To-Do-Liste standen, es aufgrund äußerer Umstände aber Alles etwas schwierig war, fiel unsere Wahl diesmal auf Pakistan – mitten im Ramadan und diesmal nicht auf eigene Faust, sondern mit einem pakistanischen Touranbieter: DiscoveringPakistan.
Gesagt, getan, stiegen wir am 12.04. in den Zug nach Berlin (mal wieder BER) und dort in den Flieger nach Islamabad über Doha mit Qatar Airways. Die Hinreise verlief recht ereignislos, am Flughafen gab es wieder bei Bäcker Kamps eine letzte Stärkung vor dem Flug, der Abends startete. Das Entertainment-Programm war gewohnt gut und so verbrachte Andreas den gesamten Flug mit Filmen, während Melanie ab und zu ein wenig schlief – unterbrochen wurden wir nur von den kulinarischen Highlights, die uns angeboten wurden – die Desserts waren dabei besonders gut und so freute sich Andreas über ein zweites Dessert der Sitznachbarn von nebenan, die wohl seine gierigen Blicke bemerkt hatten.


Gegen 08 Uhr am nächsten Tag kamen wir endlich in Islamabad an und machten uns sogleich daran in das Land einzureisen. Im Internet hatten wir gelesen, dass es noch keine wirklichen Erfahrungen mit dem im Voraus beantragten E-Visa geben sollte und tatsächlich wurden wir etwas chaotisch von Schalter A zu Schalter B und wieder zurück geschickt – Alles in Allem war es jedoch eine unkomplizierte Prozedur und war relativ schnell abgeschlossen.
Direkt vor den Gepäckbändern wurden wir schon von 3 Flughafenmitarbeitern in Empfang genommen, die in irgendeiner Art und Weise Bekanntschaft mit unserem Touranbieter hatten. Auf unser Gepäck warteten wir jedoch eine Weile (ca. 30min) und sobald wir es entdeckt hatten, hatten die 3 jungen Männer schon einen kleinen Gepäckwagen organisiert, die Taschen aufgeladen und stürmten in Richtung Ausgang. Auf dem Weg dorthin wurde der Zoll und die Station zum durchleuchten des Gepäcks einfach geschickt umschifft, niemanden interessierte dies – in diesem Moment bereute Andreas die Drohne zuhause gelassen zu haben.
Kaum durch die Tür geschritten, wurden wir mitsamt Gepäck an die nächsten beiden Herren übergeben – die ersten Drei verabschiedeten sich freundlich lächelnd und winkend. So standen wir nun vor Ahmad – unserem Guide für die nächsten 14 Tage – und seinem Vater. Beide stellten sich sehr freundlich und breit lächelnd vor – zumindest bei Andreas, Melanie wurde zunächst etwas „ignoriert“ (kulturell bedingt war erst einmal nicht viel mehr als ein leichtes Zunicken drin). Einen Blumenstrauß hatten die beiden auch noch im Gepäck – auch dieser wurde Andreas überreicht und er reichte ihn an Melanie weiter. So starteten wir nun zu viert die Tour zur ersten Station: unserem Hotel in Islamabad.
Eigentlich wollten wir noch Geld abheben bzw. umtauschen und eine SIM-Karte besorgen, am Flughafen direkt konnten wir jedoch keine Möglichkeit ausmachen um auch nur eines dieser Vorhaben in die Tat umzusetzen. Auf dem Weg zum Hotel verfuhren wir uns ein wenig und so konnten wir schon einmal die Straßenverhältnisse bewundern. Im Hotel angekommen, verlief der Check-In sehr schnell, das Zimmer war sehr groß und wir bekamen (trotz Ramadan) ein kleines Frühstück mit Hühnchen in scharfen Bohnen und Chapati (lokalem Brot).


Nachdem wir uns gestärkt und etwas erfrischt hatten, starteten wir auch schon gemeinsam unsere erste Erkundungstour durch Islamabad. Nach dem leicht ernüchterndem Besuch einer Wechselstube (der Kurs war über Nacht etwas eingebrochen), besuchten wir gemeinsam die Schah-Faisal-Moschee. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Zur Erkundung mussten wir unser Schuhwerk ablegen und Mel musste ihr Haar mit einem Kopftuch bedecken – kleiner Tipp am Rande, wenn ihr einmal diese Moschee besuchen solltet: bleibt unbedingt auf den Wegen, die leicht am weißen Marmor zu erkennen sind. Der restliche Boden ist derartig heiß, das ihr euch in kürzester Zeit Brandblasen an den Fußsohlen einfangt (eigene Erfahrung). Ahmad und sein Vater hatten immer eine kleine Anekdote zu erzählen. Besonders Ahmads Vater war ein super sympathischer Typ, der immer einen kleinen Scherz zu erzählen hatte und auch ein paar Einheimische veralberte, als er diesen erzählte, dass Andreas Pakistani wäre.
Übrigens war Ahmads Vater nicht wirklich ein Teil unserer Reisegruppe für die nächsten 14 Tage, er war extra aus Lahore angereist. um uns zu sehen und willkommen zu heißen – wow – 400km mit dem Bus angereist (einfache Strecke), nur um uns zu begrüßen. Die unglaubliche Gastfreundlichkeit der Pakistani sollten wir in den nächsten Tagen noch mehrfach erleben dürfen.






Den restlichen Nachmittag verbrachten wir damit, eine Möglichkeit zu finden eine lokale SIM-Karte zu erstehen. Diese Unterfangen gestalte sich zunächst als sehr zeitaufwändig – ein Besuch in einer Mall und bei mehreren Straßenhändlern brachte keinen Erfolg. Erst nachdem wir tatsächlich eine Filiale von Telenor gefunden haben, klappte alles recht reibungslos. 700 PKR (pakistanische Rupien), ca. 4 Euro für 8GB und eine Woche waren mal wieder ein unschlagbarer Preis. Anschließend brachten wir Ahmads Vater noch zum Busbahnhof, damit er seine Heimreise antreten konnte.
Zurück im Grand Islamabad Hotel genossen wir, nach Sonnenuntergang, noch das umfangreiche Iftar – das Abendessen, nachdem das Fasten für diesen Tag beendet war. Es gab am Buffet Vorspeisen, Hauptspeisen, Obst, Gemüse und Dessert und von Allem reichlich. Da wir mal wieder zu voreilig waren, waren wir eigentlich bereits nach den Vorspeisen satt – aber es half ja nichts, wir mussten alles probieren. Als Getränk probierten einen super leckeren Minz-Margarita und ein rötliches Getränk: Rooh-Afza. Zunächst sehr gewöhnungsbedürftig, da der Geschmack ein wenig an Klostein erinnerte, würde Andreas über die nächsten Tage dieses Getränk noch lieben lernen.
Am Nebentisch hatten währenddessen zwei nette Herren Platz genommen, die uns nach einer Weile ganz besonders das pakistanische Essen näherbringend wollten und für uns daher einen Spezial-Teller orderten, welcher ausgiebig mit lokalen Spezialitäten gefüllt war. Den Teller schafften wir nicht ganz – auch Andreas musste vor der Menge kapitulieren. Aber wir hatten die Rechnung ohne die 2 Herren gemacht, welche uns auch noch ein besonderes Dessert kommen ließen. Prall gefüllt fielen wir ins Bett, der Wecker sollte bereits wieder um 05:30 Uhr am nächsten Morgen klingeln.
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