Nachdem wir uns am Vormittag schweren Herzens von Rabeca, der Hängematte und dem Baobab Beach getrennt hatten, bestiegen wir am knapp 2km entfernten Flughafen eine kleine Propellermaschine nach Johannesburg. Unterwegs hatten wir einige Turbulenzen und durchflogen Wolkenformationen, die wir so noch nicht gesehen hatten.

Per Bolt ging es vom Flughafen zu unserer schnell gebuchten Unterkunft für eine Nacht (und Bolt sollte noch unser „bester Freund“ werden).

Bereits während der Fahrt überkam Andreas so ein mulmiges Gefühl, als er die Nachbarschaft und die ansässigen Gestalten beobachte – ab sofort nannte er die Gegend nur noch Gangterritorium und legte sein Unwohlsein für den Rest des Tages nicht mehr ab.

Gelandet waren wir in Jeppestown, ca. 1km vom „In“ und Szene-Viertel Maboneng entfernt. Unsere Gastgeber und sämtliche Personen, die wir fragten rieten uns vehement davon ab, Wertgegenstände mit uns zu führen oder auch nur den Versuch zu wagen, diesen 1km per Fuß zu überbrücken. Folglich unternahmen wir jeden noch so kleinen Weg mit Bolt (Andreas musste nun immer ein Fahrzeug bestellen, da in Mel’s Account ungewöhnliche Aktivitäten festgestellt worden waren).

Wir schauten uns noch ein wenig Maboneng und das Curiocity Backpackers an (absolutes Backpackerfeeling, aber an diesem Wochenende ausgebucht), bevor wir noch etwas aßen. Bei Mel gab es „Pumba“, Andreas ließ sich ein Hähnchen-Curry „Durban Style“ schmecken. Als kleine Vorspeise hatten wir scharfe Piri Piri Hähnchenleber.

Noch kurz zurück zu den ungewöhnlichen Wolken: wir hatten tatsächlich eine Gewitterfront durchflogen. In Jo-Burg (kein Mensch sagt Johannesburg) hatte es einen Hagelsturm gegeben, wie schon seit mindestens 6 Jahren nicht mehr. Taubeneigroße Hagelkörner hatten auch in unserer Unterkunft die komplette Dachterasse verwüstet.

03.10.2021 – Soweto (Blutige Geschichte und „Der lange Weg zur Freiheit“)

Der nächste Tag begann unweit besser. Die Sonne schien, es waren angenehme Temperaturen und Mel war es doch noch gelungen, online eine Soweto-Tour zu organisieren (Soweto = Southwestern Township).

Thsepo führte uns zu Fuß durch Soweto und man hatte nicht wirklich das Gefühl in einem Township zu sein. Zugegeben, waren wir in einem Teil unterwegs, in dem die Mittelklasse wohnt, gleichfalls aber der geschichtsträchtigste Teil, mit dem Hector Pieterson Memorial, den Häusern von Mandela und Bischof Desmond Tutu und der Vilakazi Street.

Gerade der Ort rund um das Memorial und die Geschehnisse rund um die Studentenaufstände bzw. dem Soweto-Aufstand hatten so einen speziellen Geist. Auch Thsepos ausführliche und lebhafte Erzählungen sorgten insbesondere bei Andreas stellenweise für einen leichten Kloß im Hals.

Die Tour endete auf einem Markt, wo wir noch etwas aßen und tranken.

Danach mussten wir auch schon zum Flughafen und somit war wieder ein wundervoller, wenn auch stellenweise etwas chaotischer Urlaub zu Ende.

Ein Dank an Alle, die uns wieder virtuell auf dieser Reise begleitet haben. Hoffentlich können wir das bald wiederholen.

Jahrgang 1981;
Technikfreak und Hobby-Fotograf (inkl. Videos)